wk. Wenn auf dem Parkplatz einer Seniorenwohnanlage auffällig viele Familienwagen mit Sonnenschutz an den Scheiben und Spielzeug im Wageninneren stehen, dann ist im Wohnpark Am Fuchsberg mal wieder Babyschwimmen angesagt. Im Chor singen zwölf Mütter, im 32 bis 34 Grad warmen Wasser stehend, mit ihren kleinen bis auf die Badehose nackten "Würmern" vor sich "wir sind beim Babyschwimmen und haben ganz viel Spaß". Damit sprechen sie ihren Babys offenbar aus der Seele, denn diese schlagen zum "plitsche-platsche-plitsche-platsche-plitsche-plitsche-platsch"-Refrain vergnügt mit ihren Händchen auf die Wasseroberfläche, dass es nur so spritzt.
Jeden Mittwoch- und Donnerstagvormittag werden über das beim Wohnpark angesiedelte Ganderkeseer Therapiezentrum Babyschwimmkurse angeboten. Die Kurse bestehen aus maximal zwölf Müttern mit ihren Kindern und beginnen um 9, 10 oder 11 Uhr. Geleitet werden sie von Zulema Hentze (47) oder im Vertretungsfall von ihrer Tochter Teresa Blanco (21). Beide sind Schwimmkursleiterinnen für Babys und Kleinkinder.
Die Gruppen beginnen stets mit der "Plitsche-Platsche-Begrüßungsrunde", während der jede Mutter mit ihrem Kind im Arm einmal in die Mitte des Kreises geht, damit alle Mütter und Babys namentlich begrüßt werden können: "Jasmin und Kristina sind gekommen, die spritzen wir jetzt nass. Und plitsche, platsche, plitsche, platsche... Hallo Jasmin" - sind alle begrüßt folgen Wasserspiele mit Bällen, Ringen, kleinen Surfbrettern und auf der Mini-Rutsche. "Alles ohne Schwimmflügel", betont Zulema Hentze, "darauf legen wir besonderen Wert. Die würden nämlich nur den Körperkontakt zur Mutter stören." Und genau dieser Körperkontakt, der durch das warme Wasser noch angenehmer und leichter werde, sei einer der Punkte, auf die das Babyschwimmen abziele. Zudem werde neben der Körperwahrnehmung der Babys der Gleichgewichtssinn und die Gewöhnung an das Element Wasser gefördert.
Die gelernte Erzieherin Teresa Blanco braucht sich nicht mehr ans warme Nass zu gewöhnen, sie ist im Wasser voll in ihrem Element. Die Jugendwartin beim Delmenhorster Schwimmverein schwimmt seit sie fünf ist und gibt mittlerweile sogar theoretische Lehrgänge unter anderem zum Umgang mit Babys und Kindern im Wasser. Zudem leitet sie neben Babyschwimmkursen wöchentlich auch zwei "Bambini-Schwimmkurse" für Kinder von zwei bis vier Jahren, und einmal im Monat ist sie als Gruppenleiterin mit behinderten Kindern im Wasser.
Im Wasser setzen derweil die Babys ihren Badespaß fort. Die einen mehr, die anderen weniger vergnügt - je nach Tagesform, Laune, Ausdauer und Müdigkeit der süßen Wonneproppen. Wenn es ans Tauchen geht, ist indes oftmals auch bei den fröhlichsten Babys Schluss mit vergnügt sein. Wenn sie von der Kursleiterin gehalten werden und zur "Einstimmung" ein bis zwei Becher Wasser über den Kopf geschüttet bekommen, dann wissen die meisten von ihnen schon, dass sie gleich abtauchen sollen. So bekommt auch Jan-Luca, der offenbar gar kein Freund des Tauchens ist, sofort mit, was gleich passieren soll - Krokodilstränen schießen ihm ins Gesicht, der erste Tauchversuch muss abgebrochen werden. Beim zweiten Mal ist die Trainerin schneller, taucht ihn kurz ab, bevor er sich versieht und übergibt ihn in die sicheren Arme seine Mutter - diesmal ohne Tränen, dafür aber mit strafendem Blick und zerknautschtem Gesicht. Geschafft - auch Tauchen will halt gelernt sein.Nach einer Stunde ist Schluss, und manches Kind sowie manche Mutter sind erledigt. Die Kinder von den Spielen im Wasser und die Mütter zumeist vom Aus- und Anziehen mal zwei im Klima einer Dampfsauna.
Abschließende Frage an die Kursleiterinnen: "Muss es hier denn wirklich so warm sein, dass dem Zeitungsfotografen das Objektiv beschlägt und seinem schreibenden Kollegen sich der Block wellt?". Klare Antwort von Teresa Blanco: "Ja, das muss so sein. Sonst können sich die Babys gar nicht auf die Spiele und Übungen konzentrieren, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, gegen die Kälte anzukämpfen."Also müssen die Mütter wohl weiter mit der Wärme im Badebereich leben, damit ihre Babys sich auch rundum wohlfühlen und - "plitsche-platsche, plitsche-platsche" - weiterhin jede Menge "Spaß im großen Wasserfass" haben können. Frühestens ab einem Alter von drei Monaten empfiehlt es sich nach den Worten der beiden Kursleiterinnen Zulema Hentze und Teresa Blanco, sein Kind für einen Babyschwimmkurs anzumelden.
Anmeldungen können unter der Telefonnummer (04222) 6291 über das Therapiezentrum Ganderkesee erfolgen, das die Kurse veranstaltet. Aber auch Babyschwimm-Trainerin Zulema Hentze nimmt unter der Rufnummer (0162) 13 66 656 Anmeldungen entgegen.An den Gruppen können maximal zwölf Mütter mit ihren Kindern teilnehmen. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Während es mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr jeweils drei "Babygruppen" gibt, schwimmen donnerstags in der Zeit von 15 bis 16 und von 16 bis 17 Uhr die "Bambinis" im Alter von zwei bis vier Jahren.